Fünf Konzerte

von einbecker

Seit dem letzten Blogeintrag hier ist ein wenig Zeit vergangen. Zeit, in der ich auf einigen Konzerten war — und fünf davon sind hängen geblieben:

  • 5. Sigur Ros (Alter Schlachthof, Dresden)

    Wer die letzten Jahre unabhängige Popkultur konsumiert hat, wird dabei schwerlich an den Isländischen »Siegesrose« vorbeigekommen sein. Das Klammeralbum steht in jeder Plattensammlung (also: dort, wo es noch Plattensammlungen gibt), Heima wurde gerne gesehen — ebenso wie die NackttänzerInnen. Aber: Konzerte und damit deren Besuche sind selten, und ich kann mich glücklich schätzen, derer schon drei genossen zu haben. Aber an diesem Abend zündete es nicht richtig: Es war ein Stehkonzert, ich mag den Schlachthof-Schlauch als Location einfach nicht — und die Jungs verspielten sich auch des öfteren. Was nicht bedeutet, dass es kein gutes Konzert war — aber die Mystik und Magie, die ich sonst verspürte, fehlte an diesem Abend.

  • 4. Die Fantastischen Vier (Elbufer, Dresden)

    Ich würde nie für ein Fanta4-Konzert Geld ausgeben. War meine Meinung vorher. Eine Freundin hatte zu viele Karten (Geburtstagsgeschenke können auch ein Problem sein!) und lud mich deshalb ein. Musikalisch grundsolide, was die Herren Stuttgart-Rapper dort abliefern, und das Programm kennt man ja, oder auch nicht — ich verfolge das Oeuvre der Herren doch eher aus Entfernung. Aber: Ich hätte nicht gedacht, welche Entertainerqualitäten dort vorhanden sind. Große Show!

  • 3. Nada Surf (Columbia Club, Berlin)

    Nada Surf. Das typisch herzerweichende Indiepopkonzert, was man erwartet hat. Was es schön, aber dann doch nicht unvergesslich macht. Aber dafür: Sehr charmante Begleitung gehabt! Auch wenn einer von beiden nicht nach vorne durfte, weil man ja bei nem Konzert nicht Bier holen geht. Berliner, ihr müsst noch was dazulernen, bis ich zu Euch ziehe!

  • 2. The Duloks, (Ostpol, Dresden)

    Einer dieser Donnerstage, von denen man nichts erwartet und sich nur mit seinem (widerum sehr reizenden) Besuch in eine Kneipe begeben will. Kurz noch diskutiert, ob man wirklich 4 Euro pro Person ausgeben will, um irgendwelche Frauen in knappen 80er-Sportsachen anzuhören. Na gut, sehr kurz diskutiert. Und wer von Euch die Duloks nicht kennt (also alle): Irgendwie unmelodiöser Indiekram mit Drumpads, Synth-Orgel und schrulligem Gesang. Und ‘ner Tonne Charisma. Und Ansagen über die Probleme des Touralltags, also zum Beispiel Analsex oder Durchfall. Oder und.

  • 1. Someone Still Loves You, Boris Yeltsin (Beatpol, Dresden)

    Nerds aus der Amerikanischen Einöde rund um Route 66 spielen ein Konzert vor ca. 30 Leuten an einem Sonntag Abend. Das kann nach hinten losgehen. Muss es aber nicht. Wenn zum Beispiel die Band bei der Zugabe das Publikum auffordert, mit ihr auf der Bühne zu tanzen. Oder die 30 Leute so lange applaudieren, dass SSLYBY zum wiederholten Male herauskommen und schließlich ein sehr gutes Nirvanacover. Und inbesondere dann nicht, wenn die Band Someone Still Loves You, Boris Yeltsin heißt. Auch wenn der ja neuerdings tot ist.

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5 Kommentare

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  • joerg am 14.10.2008  #1

    Kann ich anlegen. Letzten Samstag im Schlachthof: der geile Herr Plewka gibt Rio Reiser.
    Symbolvideo: http://www.youtube.com/watch?v=V0DXXbane-c

  • joerg am 14.10.2008  #2

    Achso, im Dezember gedenke ich entweder zu Peter Fox oder Thomas D zu gehen (beide ebenfalls im Schlachthof), das muss ich nur noch auswürfeln.

  • matze am 15.10.2008  #3

    hey, ich kenne die duloks.

    und: bei sslyby war ich auch, allerdings in hamburg. war aber auch großartig. und die vorband (be a familiar) auch. wer war denn in dresden dabei?

  • einbecker (Autor) am 16.10.2008  #4

    »The Rocks«. Libertines-Möchtegerne inklusive aufgedrogtem Doherty und nem Mädel, dass auch mit 10x mehr Klasse nicht Kate Moss wäre. Warum SSLYBY die auch noch mit Lob überschütteten, blieb allen Teilen des Publikums rätselhaft.

  • einbecker (Autor) am 16.10.2008  #5

    Jörg: Ich würde mir an Deiner Stelle Herrn Fox geben. Auch wenn ich wahrscheinlich zu beiden Konzerten nicht hingehen werde.

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