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Weisheiten aus Berlin (aus Berlin)

von JC Niemeyer am 09.01.2008

Die Ärzte aus Berlin (aus Berlin) sind schon so lange im Geschäft, dass ihre Konzerte von Teenagern jeden Alters besucht werden. In all den ganzen Jahren haben im Werk von Belafarinrod auch profunde Lebensweisheiten Niederschlag gefunden. Von den inzwischen zur Allgemeinbildung gehörenden Erkenntnissen über Männer (= Schweine) und Frauen (= Hauegernhaberinnen) abgesehen, zum Beispiel diese hier:

  • 5. „So wie ich die Sache sehe, ist die Intelligenz bereits ausgerottet und es leben nur noch die Idioten.“ (Anti-Zombie)

    Wenn man das erstmal kapiert hat, lebt es sich stressfreier: Die Leute, die einem immer wieder aufs Neue den Alltag schwer machen, sind halt doof und können nichts dafür.

  • 4. „Du bist wirklich saudumm, darum geht’s Dir gut.“ (Schrei nach Liebe)

    Zu allem Überfluss sind die Idioten auch noch mit sich und der Welt im Reinen. Pech gehabt, liebe Intellektuelle. Schlimmer noch: Ihr müsst Euch tagein, tagaus mit Fragen von Ethik, Moral und Niveau quälen anstatt glücklich und zufrieden vor der Glotze vor Euch hin vegetieren zu dürfen.

  • 3. „Herr Wachtmeister, sag ick, machense sich mal locker.“ (Richtig schön evil)

    Diese schöne Aufforderung ist nur bedingt konversationstauglich. Insbesondere als Beteiligter einer Verkehrskontrolle sollte der Wagenlenker sich derartige Äußerungen verkneifen. Lockermachen ist trotzdem eine gute Sache, nicht nur vor dem Sport.

  • 2. „Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist. Es wäre nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt.“ (Deine Schuld)

    Die Botschaft ist so deutlich, dass sie keiner weiteren Erläuterung bedarf. Menschen, die sich – getreu dem vorangegangenen Ratschlag – locker gemacht haben, verzichten insbesondere auf den Hinweis, dass es aus grammatikalischen Gründen wohl „wenn sie so bliebe“ heißen müsste. Das ist dem – auf der selben Platte in Erscheinung tretenden – Klugscheißerman und seinesgleichen vorbehalten.

  • 1. „Hip hip hurra, alles ist super, alles ist wunderbar.“ (Hurra)

    Bisher könnte man meinen, zwischen den Zeilen sollte hier vermittelt werden, die Welt wäre von verkrampften (3.) Faulpelzen (2.) und zufriedenen (4.) Idioten (5.) bevölkert. Das stimmt natürlich nicht. Es gibt sicher auch einige zufriedene Faulpelze und jede Menge verkrampfte Idioten. War nur Spaß. In echt ist doch alles super, wenn nicht gar wunderbar.

Wer diese Liste mochte, mag auch: Hamburger Weisheiten

2007: Platten, die überzeugten

von einbecker am 09.01.2008

Meine besten Alben von 2007:

  • 5. Maximo Park: Our Earthly Pleasures

    Als selbst erklärter Britpopexperte bringe ich gleich zu Anfang das Totschlagargument: Wahrscheinlich die beste Britpopplatte dieses Jahrzehnts. Ich könnte mich über Textzeilen auslassen: »Would you like to go on a date with me? And I know it’s old-fashioned to say so« oder auch »Rain explodes at the moment that the cab door closed // I feel the weight upon your kiss ambiguous«. Oder Liedanfänge wie die Orgel/Gitarrenkombination gleich am Anfang von Girls Who Play Guitars. Oder den Gesang. Oder die leicht störende passionierte Introextrovertiert bei den Auftritten. Oder ich belasse es einfach bei: Wahrscheinlich die beste Britpopplatte dieses Jahrzehnts.

  • 4. Tocotronic: Kapitulation

    »Ein schönes Wort. Ein deutsches Wort.« hetzte Dirk von Lotzow ins Mikrofon, bevor es weiterging mit hohem Tempo. Und besingt damit das L’Etat Et Moi dieser Zeit, die wichtigste deutschsprachige Aufnahme seit langem. Kapitulation ist unnahbar und nah, sehr weit weg und doch direkt hier und jetzt. Es mischt die Slogans der ersten Alben mit der Mystik der zweiten Schaffensperiode, zitiert mit viel Augenzwinkern viele Bereiche der hiesigen Popkultur, um sie zu negieren und gleichzeitig zu konzentrieren. Es vereint Wolken und Politik, Liebe und Krieg. Und auch wenn es sich so anhört: Mit nichten rede ich hier nur vom Text. Bessere Popmusik, die auch ohne Peinlichkeit jedem Nichtdeutschsprecher gefällt und auch jeden Tocotronicskeptiker aus meinem Umfeld von der Größe dieser Band überzeugt hat, gab es lange nicht.

  • 3. Future Of The Left: Curses

    Was haben wir Mclusky damals geliebt. Was für Musik! Was für ein Konzert! Und was für Shirts! (fuck this band — mclusky) Hier also die legitimen Nachfolger, 2/3 Mclusky, 1/3 Jarcrew. Und wieder: Was für ein Sound! Was für ein präziser, hirnverbranter Lärm! Nie war krach schöner, und natürlich wurde das ganze auch noch mit einem superben Konzert getoppt, so dass man diese kleine Band aus Wales nur vergöttern kann. Und sollte.

  • 2. Gravenhurst: The Western Lands

    Schon 2005 waren sie hier obenauf, allerdings nur mit einer Single, denn das Album enttäuschte damals. Viel ist geschehen: Der Soundtrack zu Ein Freund von mir wurde gemacht und für gut empfunden. Und jetzt: Ein neues Album. Auf dem kein Velvet Cell drauf ist. Braucht es auch nicht. Denn es gibt viel mehr. »battle scars from all night bars // never thought that i would be so drawn to it // city girl, what have we done to ourselves?« ist da noch das greifbarste, was Nick Talbot uns da in schönster Fragilität serviert, ansonsten beherrschen Myst- und Symbolik das traumhafte Bild.

  • 1. The National: Boxer

    Keine Überraschung, wer meine Charts kennt. Aber dieses Album ist mehr als 327 gespielten National-Songs. Viel mehr. So viel mehr. Es ist, ab Tag eins, Lied eins, Minute eins: Gänsehaut. Warmer Wintermantel. Kühler Sommerwind. Gespenstischer Nebelschleier, der sich auf dem Nachhauseweg dieser einen Festivität um einen legt und einen doch nicht stört. Es ist das Piano, das kurz den Beginn ankündigt, bevor Matt Berninger mit der Singstimme, die ich gerne hätte, loslegt: »Stay out super late tonight // picking apples, making pies // put a little something in our lemonade and take it with us«. Es ist ein Album, auf das sich alle einigen können, ohne sich darauf einigen zu müssen. Diese unaufgeregte Zurückgelehntheit, die sich genau deswegen so dringlich und nach vorne anhört, die Kombination aus Einzelcharakteren, die sich für das große Ganze entschieden haben: Das ist das Album des Jahres.

The Importance Of Being Idle (4)

von Schuer am 08.01.2008

Prüfendes und vergleichendes Nachdenken. Aber: Eine selbstreflektierende Welt wäre doch auch nur ein Mond.

  • 5. Plastikmarzipan

    Marzipan kann von Materialscannern, die beispielsweise in Flughäfen eingesetzt werden, nicht oder nur schlecht von Plastiksprengstoff unterschieden werden. Daher wird empfohlen, im Personenflugverkehr zwecks schnellerer Abwicklung am Flughafen kein Marzipan mitzuführen.

  • 4. Zwangsbegrünung

    An die Gärtner unter uns: was würde eigentlich passieren, wenn man eine große Kugel formte, sie mit dem geballten Know-how chinesischer Feuerwerkskunst füllte, sie mit Samen aller möglichen resistenten und nicht resistenten Grünpflanzen ausstattete, Gras hineinstopfte, einen Haufen Dünger dazu, und wenn man das Ding dann z.B. überm Großraum Frankfurt zündete? Gäbe es danach einen Wildwuchs im Innenstadtbereich, oder würden all die Samen hoffnungslos verrecken?

  • 3. Zoo

    Symbolik und so.

    Zoologischer Garten, zurückbleiben!

  • 2. Ruheabteil

    Schwätzer am Tisch neben mir. Unerträglich. Ich wünsche mir Schweigewaggons. Nur “Gesundheit” und “Danke” dürfte man da sagen.
    - ix twittert

  • 1. Keinohrslippy

    The Killers klingen doch mit »Mr. Brightside« im Jacques Lu Cont Mix (Keinohrhasen-Score) extremst nach Underworld beim Höhepunkt? Das ist übrigens ein Kompliment.

    I’m coming out of my cage and I’ve been doing just fine, gotta gotta gotta be down and she smiled at you booo-ooy..
    - sort of Bright Slippy [1/2]

Mehr Importance Of Being Idle.

Musikrätsel 9: It’s the Beatles!

von Schuer am 06.01.2008

Das letzte Rätsel ist mehr als ein Jahr her (Luschen!). Zeit für neue Taten. Gesucht sind fünf Lieder der Beatles, und es gelten die gleichen Regeln wie immer: wer einzelne Lieder errät, behält sie erstmal für sich (kann aber schonmal dicke Hosen machen), und erst wer die Komplettlösung hat, poste sie im Klartext in die Kommentarecke! Klar: Respekt erntet nur, wer das Rätsel ohne Zurhilfenahme gängiger Suchanfragen schafft.

Melancholie: Alte Musikrätsel

Wo Wir Auch Noch Anti-Piracy-Crime Warnungen Brauchen

von Armin am 06.01.2008

Es soll ja Leute geben, die von den Anti-Piracy Warnungen am Anfang von DVDs etwas irritiert sind. Ich bin ja der Meinung das geht nicht weit genug. Diese Warnungen sollten noch ausgeweitet werden, denn dann wird alles wieder gut und die Welt “a better place to live”. Ein paar Vorschlaege wie das umgesetzt werden koennte:

  • 5. Buecher, Zeitschriften und andere Druckerzeugnisse

    Seit der Erfindung der Photokopiermaschine und des Scanners sind Abermilliarden von Werken kopiert und weiterverbreitet worden. Einzelne Artikel sind ausgeschnitten und weitergegeben worden. Leute malen mit Textmarkern und anderen Stiften in ihnen herum. Ein grosses Problem.

    Hier koennten zwei Methoden angewandt werden um diese Probleme in Angriff zu nehmen: So koennte auf jeder Seite eines Druckerzeugnisses an wechselnden Stellen ein Warnhinweis gedruckt werden. Dadurch wuerde erreicht dass die Leser diese Texte auch wahrnehmen, da es erschwert wird um diese herumzulesen. Neue Papiersorten koennten entwickelt werden die mit handelsueblichen Scheren nicht geschnitten werden koennen und nicht beschriftet werden koennen. Die Kosten fuer Druckerzeugnisse wuerden sich nur unerheblich erhoehen (in etwa verdoppeln), ich meine ein Beitrag den wir alle zum Fortbestand der schreibenden Zunft leisten koennen.

  • 4. Radio und Fernsehen

    Wie wir ja alle wissen: “Home taping is killing music”. Illegale Aufnahmen vom Radio reduzieren Plattenverkaeufe und ueberhaupt. Das Aufzeichnen von Fernsehsendung auf Videorekordern oder Festplattenrekordern sorgt ebenso fuer grosse Probleme.

    Diesem koennte mit einfachen Mitteln abgeholfen werden: In jedes Geraet dass Radio- und/oder Fernsehsendung wird ein einfacher Chip eingebaut, der beim Einschalten des Geraetes den Warnhinweis in Bild und/oder Ton abspielt. Am Ende der Nachricht kann man dann ein weiteren Knopf druecken der zum eigentlichen Programm umschaltet und damit bestaetigen dass man den Hinweis vernommen hat. Die Zeit bis man die Sendung die man hoeren/sehen moechte dann bekommt wuerde sich nur unerheblich um 2-3 Minuten verlaengern, ich meine ein Beitrag den wir alle zum Fortbestand der Radio- und Fernsehanstalten leisten koennen.

  • 3. Oeffentliche Verkehrsmittel

    Auch in oeffentlichen Verkehrsmitteln kann man viel falsch machen. Schwarzfahren, Fuesse auf die Sitze, Kaugummi unter Tische kleben, laut Musik hoeren, solche Sachen halt.

    Diesen Problemen koennte mit einer automatischen Ansage vor jeder Abfahrt entgegengewirkt werden. Gekoppelt mit dem Schliessen der Tueren wuerde diese abgespielt. Eine 15minuetige Fahrt mit 5 Stops wuerde sich damit nur unerheblich auf 30 Minuten verlaengern, ich meine ein Beitrag den wir alle zu unserem Komfort und unserer Sicherheit leisten koennen.

  • 2. Ladengeschaefte

    Wie wir ja alle wissen sind Ladengeschaefte hohen Risiken ausgesetzt. Diebstaehle, Leute die anderen Leuten mit dem Einkaufswagen in die Hacken fahren, Leute die Bekannte treffen und im Gespraech die Gaenge verstopfen und Kinder die Suessigkeiten wollen und laut schreien wenn Mama/Papa dies verweigern.

    Diesem koennte mit einer einfachen Vorrichtung Abhilfe geschaffen werden: Am Eingang jeden Geschaefts wird eine Art Schleuse installiert, durch die man den Laden betritt. Sowie die Schleuse voll genug ist wird automatisch ein Warnvideo mit den Verhaltensregeln in einem in der Wand eingelassenen Monitor abgespielt. Der schnelle Einkauf eines Erfrischungsgetraenken oder eines Briefumschlags sollte sich dadurch nur unerheblich von einer Minute auf 5 Minuten verlaengern. Ich meine ein Beitrag den wir alle zur Verbesserung des Einkaufserlebnisses und der Gesundheit des Einzelhandels leisten koennen.

  • 1. Autos

    Autos, des Deutschen/Briten/Amerikaners/(Nationalitaet nach Bedarf einsetzen) liebstes Kind. Wie wir sicher alle wissen kann es beim Autofahren zu diversen Gesetzesuebertretungen kommen. Falschparken, Beleidigungen, Geschwindigkeitsuebertretungen, falsches Abbiegen, was auch immer.

    Diesem koennte durch eine automatische Warnung entgegengewirkt werden. Diese wuerde automatisch beim Starten des Wagens abgespielt. Man steckt den Schluessel in die Zuendung und dann wird die Warnung abgespielt bevor man dann den Wagen starten kann. Da koennte einem dann die Strassenverkehrsordnung/Highway Code komplett vorgelesen werden mit einem Hinweis am Ende dass man dieser gefaelligst zu folgen habe. So nach 30min koennte man dann losfahren, ich meine ein Beitrag den wir alle zu unserer Sicherheit leisten koennen.

Weitere Vorschlaege und Ideen gerne in den Kommentaren, zusammen koennen wir die Welt retten!

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